Sketchnotes, also visualisierte Notizen haben viel mehr mit Infografiken gemeinsam, als ich bisher wahrgenommen habe. Wie ein Workshop für Fortgeschrittene für mich aussah und wie ich die Erkenntnisse daraus künftig mit in meinen eigenen Workshops und Infografiken einfließen lasse, erfährst du in diesem Beitrag.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Weiterbildung lohnt sich, auch als Expert*in. Neue Perspektiven bringen unerwartete Erkenntnisse und frischen Schwung.
- Sketchnotes und Infografiken sind nah verwandt. Beide reduzieren Komplexität und machen Inhalte visuell zugänglich. Und das mit ähnlichen Methoden.
- Einfache Fragen führen zu kreativen Lösungen. Kernaussagen hinterfragen und mit Metaphern spielen, statt nur nach Symbolen zu suchen.
- Lebenslanges Lernen hält die Arbeit lebendig. Neue Impulse integrieren und weitergeben, so bleibt die Begeisterung frisch.
Warum überhaupt als Sketchnote-Trainer selber einen Workshop besuchen?
Sketchnotes, also visualisierte Notizen, begleiten mich inzwischen seit acht Jahren. Ich fühle mich sicher, wenn es darum geht, Inhalte visuell auf den Punkt zu bringen. Und ich gebe dieses Wissen selber auch gerne in Workshops weiter. Doch nach einer Pause durch Familie und Pandemie war das alles etwas eingeschlafen.
Als ich im Rahmen der Ausstellung „35 Meter – Werkschau der Illustratoren München“ wieder einen Basis-Workshop anbot, war die Begeisterung sofort zurück. Mir war gar nicht bewusst, wie sehr mir das lebendige Gespräch über Visualisierung, das Staunen über schnelle Lernerfolge und die Fragen der Teilnehmer*innen gefehlt hatte.

Mein Vorhaben: Das möchte ich wiederbeleben.
Es wäre einfach zu schade, diese Begeisterung in der Schublade verstauben zu lassen.
Dann sah ich den Fortgeschrittenen-Workshop von Beate Kopp (wir kennen uns schon seit 2017 durch einen Kurs, den ich damals bei ihr besucht habe – bei ihr ist man übrigens in den besten Händen für Graphic Recording!) und wusste: Das ist der perfekte Anstoß, um selbst wieder tiefer einzusteigen. Ein Tag voller Visualisierungstechniken, Idea Sketching und Layout-Tipps für Flipcharts. Eigentlich wollte ich nur mein Wissen wieder auffrischen und habe dabei aber noch so viel mehr mitgenommen.

Was mich an dem Workshop besonders überrascht hat: wie viele Parallelen es zu meinem Schwerpunkt Infografiken gibt. Und dass mir das nicht schon selber viel früher aufgefallen ist. Aber mal der Reihe nach.
Der Sketchnotes-Workshop
Die besondere Herausforderung für Beate war an dem Tag, dass wir eine gemischte Gruppe von Einsteigern und Fortgeschrittenen waren. Sie hat das großartig gemeistert, alle bei Laune und konzentriert zu halten.

Wir probierten Lockerungsübungen, Materialien, und setzten uns ans Flipchart. Bei einer Gruppenübung entschieden Carina und ich uns für die Visualisierung einer Agenda eines Yoga-Workshops. Die Eckpunkte definierten wir gemeinsam, das Flipchart setzte jede alleine um. Beim eigenen Tun lernt man eben am meisten. Das Ergebnis waren zwei unterschiedliche Visualisierungen, die beide das gleiche, aber auf unterschiedliche Arten zeigten. Es gibt also nicht die eine „richtige“ Lösung, sondern viele Wege, Inhalte klar und ansprechend darzustellen.

Besonders spannend für mich: Wie sie uns zeigte, dass man mit einfachen Fragen zu überraschend kreativen Visualisierungen kommt, ohne abzuzeichnen. Was auch völlig ok ist! Es geht bei Sketchnotes nicht um Kunst, sondern darum, Inhalte sinnvoll festzuhalten. Jedenfalls kommt man aber zu tollen Ergebnissen bei Fragen wie: „Was bedeutet dieser Begriff für mich? In welchen Situationen braucht man diesen Begriff?“
Parallelen zum Erstellen von Infografiken
Sketchnotes und Infografiken verfolgen das gleiche Ziel: Komplexität reduzieren, Inhalte visuell zugänglich machen, Zielgruppen gezielt ansprechen. Doch erst im Workshop wurde mir klar: Die Methoden sind oft dieselben.
Ein Beispiel: Die o.g. Frage-Technik aus dem Workshop ist genau das, was ich in der Infografik-Planung einsetzen kann. Statt direkt nach passenden Icons zu suchen, gehe ich künftig systematischer vor: Ich hinterfrage die Kernaussage, spiele mit Metaphern, probiere verschiedene visuelle Ansätze aus. Das hat mir gezeigt, dass es manchmal nur einen kleinen Perspektivwechsel braucht, um aus bewährten Prozessen noch mehr herauszuholen.
Was bedeutet das für meine eigenen Workshops?
Mein eigenes Wissen habe ich gestern noch einmal ordentlich aufpolieren und erweitern können. Ich gebe seit Jahren Einsteiger-Workshops, aber jetzt mit neuem, frischem Input. Ein paar neue Übungen und auch Materialempfehlungen werde ich künftig auch bei meinen Einsteiger-Workshops mit einfließen lassen.
Mein Ziel: Dass meine Teilnehmer*innen nicht nur Techniken lernen, sondern auch das Vertrauen, selbst kreativ zu werden.

Lebenslanges Lernen ist so wichtig
Auch wenn man sich in einem Bereich sicher fühlt: Jeder Workshop, jedes Gespräch bringt neue Puzzleteile. Wie kann ich das neue Puzzleteil in mein vorhandenes Bild integrieren? Was für neue Ideen entstehen daraus? Für mich geht es jetzt darum, diese Erkenntnisse in meine Arbeit zu integrieren und weiterzugeben.
Und du? Hast du Lust, selbst Sketchnotes auszuprobieren? Ich freue mich auf einen Einsteiger-Workshop mit dir! Schau doch gerne mal hier auf meiner Workshop-Seite vorbei, um mehr darüber zu erfahren.