Wenn jemand zum ersten Mal eine Infografik beauftragen möchte, kommt irgendwann die Frage nach dem Preis. Manchmal gleich am Anfang, manchmal erst nach einem ersten Gespräch. Und fast immer ist die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. 🙂
Das klingt unbefriedigend. Ist es aber nicht, wenn man versteht, worauf es ankommt – und warum Infografiken so wirkungsvoll sind. Und genau das möchte ich dir hier erklären.
Das Wichtigste in Kürze
- Was eine Infografik kostet, lässt sich erst nach einem kurzen Gespräch sagen – pauschale Preise gibt es bei mir nicht.
- Drei Faktoren treiben den Preis nach oben: unsortierte Inhalte, aufwändiger Illustrationsstil und großer Projektumfang.
- Du kannst den Preis direkt beeinflussen: Je klarer dein Briefing, desto effizienter die Arbeit. Was eine gute Zusammenarbeit dafür braucht, habe ich hier aufgeschrieben.
- Zwei Korrekturschleifen sind immer inklusive.
- Ein Angebot enthält immer zwei Teile: Werkshonorar und Nutzungsrechte.
Warum beginnt jedes Infografik-Projekt mit einem Gespräch?
Bevor ich ein Angebot schreibe, führen wir ein Telefonat. Wenn du neugierig bist, wie eine Infografik bei mir entsteht, erkläre ich das ausführlich in diesem Beitrag. Ohne dieses Gespräch kann ich keinen realistischen Umfang einschätzen – und damit auch kein seriöses Angebot machen.
In diesem Gespräch frage ich: Was soll die Grafik zeigen? Für wen ist sie gedacht? In welchem Format wird sie eingesetzt – gedruckt, digital, beides? Wie viele Abstimmungsrunden sind realistisch? Gibt es ein Corporate Design, an dem ich mich orientieren soll?
Aus diesen Antworten ergibt sich der Umfang. Und aus dem Umfang ergibt sich der Preis.
Was macht eine Infografik teurer?
Am stärksten schlägt es zu Buche, wenn die Inhalte noch nicht sortiert sind. Es gibt ein paar Faktoren, die ein Projekt aufwändiger – und damit teurer – machen.
- Die Inhalte sind noch nicht sortiert. Wie gerade schon erwähnt. Manchmal weiß ein Kunde, dass er eine Infografik braucht, aber noch nicht genau, was darauf abgebildet werden soll. In diesem Fall bin ich nicht nur Illustratorin, sondern denke auch inhaltlich und konzeptionell mit: Ich sichte das Material, filtere das Wesentliche heraus, entscheide, was visualisiert werden kann und was nicht. Das ist wertvolle Arbeit – aber sie braucht mehr Zeit.
- Der Illustrationsstil ist komplex. Eine Grafik mit vielen Details, Schattierungen und aufwändigen Icons braucht schlicht mehr Stunden als eine mit klaren Linien und zwei Farben. Beides kann das Richtige sein – das hängt vom Einsatzort und der Zielgruppe ab. Aber der Aufwand unterscheidet sich merklich.
- Das Projekt ist groß. Eine einzelne Infografik ist ein anderes Projekt als ein ganzes Kapitel voller Grafiken für ein Sachbuch. Das versteht sich von selbst – ich erwähne es trotzdem, weil der Gesamtumfang manchmal unterschätzt wird.
Was kannst du selbst tun, damit das Projekt günstiger wird?
Und hier wird es interessant. Denn du kannst tatsächlich einiges selbst beeinflussen.
Je klarer du ins Gespräch kommst, desto effizienter arbeite ich. Wenn du weißt, was auf der Grafik abgebildet sein soll, welche Inhalte gesetzt sind und welche wegfallen können, spare ich mir die Recherchearbeit. Das schlägt sich direkt im Angebot nieder.
Zwei Korrekturschleifen sind bei mir immer inklusive. Ab der dritten rechne ich nach Stunden ab – aber ehrlich gesagt ist es noch nicht so weit gekommen. Meistens reichen zwei Runden. Warum? Weil wir schon im Vorfeld den Umfang so gut es geht festlegen und ich dann umso sorgfältiger arbeiten kann, wenn ich weiß, was die Grafik enthalten soll.
Technische Angaben im Vorfeld sparen Mehraufwände. Druckformat, Farbmodus, Auflösung – wer das früh klärt, vermeidet Nacharbeiten. Ich frage das im Telefonat oder in meinem Briefing-Fragebogen ab, aber wenn du es schon mitbringst bzw. parat hast, geht es schneller.
Wie mein Entwurfsprozess aussieht
Bevor ich einen fertigen Designentwurf liefere, erstelle ich einen Wireframe. Das ist eine strukturierte Skizze, in der alle Elemente nummeriert und in einer Legende erklärt sind. Du siehst also nicht nur, wie die Grafik aussieht – du weißt auch genau, was welches Element bedeutet, und kannst dich in deinem Feedback direkt darauf beziehen.
Bei mehreren Entwurfsvarianten funktioniert das wie ein Baukastenprinzip: Du kannst sagen, dass du die Hintergrundfarbe aus Variante A möchtest, aber das Icon aus Variante B. Das sorgt für einfachere Zuordnung und Klarheit auf beiden Seiten.
Das erspart uns beiden also eine Runde Missverständnisse. Und auch das merkt man am Ende im Preis.
Was steht in einem Infografik-Angebot – und warum gibt es immer zwei Posten?
Ein Angebot von mir enthält immer zwei Dinge: den gestalterischen Aufwand, also das Werkshonorar, und die Nutzungsrechte. Beides gehört dazu, beides wird transparent ausgewiesen.
Nutzungsrechte sind für viele Auftraggeber*innen zunächst ein ungewohntes Thema. Der Gedanke dahinter ist aber eigentlich einfach: Ich erstelle ein Werk und bleibe dessen Urheberin. Was du kaufst, ist das Recht, es in einem bestimmten Rahmen einzusetzen – nicht das Werk selbst. Wie umfangreich dieses Recht ist, bestimmt den Preis.
Das klingt nach mehr Bürokratie, als es ist. Für dich als Auftraggeber*in bedeutet es vor allem: Du zahlst genau das, was du wirklich brauchst. Wer eine Grafik einmalig im internen Newsletter einsetzt, braucht keine unbeschränkte Lizenz. Wer sie dauerhaft auf einer öffentlichen Website oder in einem Fachbuch nutzt, schon.
Als Mitglied der Illustratoren Organisation e.V. halte ich mich an die dortigen Richtlinien zu Nutzungsrechten. Auf der Seite der IO findest du übrigens auch als Auftraggeber*in eine verständliche Erklärung, was Nutzungsrechte bedeuten und warum sie für beide Seiten sinnvoll sind.
Und wenn du für ein Unternehmen anfragst?
Ich arbeite sowohl für Verlage und Bildungseinrichtungen als auch für Unternehmen und Stiftungen, die eine Infografik beauftragen möchten. Der Prozess ist meist der gleiche: das Gespräch, das Angebot, der Wireframe. Was sich unterscheidet, sind manchmal die internen Abstimmungswege auf deiner Seite. Die baue ich, wenn ich davon weiß, gerne in die Zeitplanung ein.
Wenn du gerade überlegst, eine Infografik in Auftrag zu geben, und wissen möchtest, was das für dein konkretes Projekt bedeutet: Schreib mir. Das Erstgespräch kostet nichts – und danach weißt du, woran du bist.
Eine Übersicht über meine Arbeiten im Bereich Infografik findest du hier.

Häufige Fragen
Was kostet eine Infografik?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Der Preis ergibt sich aus dem Gespräch. Entscheidend sind Umfang, Illustrationsstil und der Aufwand für die inhaltliche Vorbereitung. Ein erstes Telefonat klärt das schnell.
Was brauche ich, bevor ich eine Infografik beauftrage?
Idealerweise weißt du, was die Grafik zeigen soll, für wen sie gedacht ist und wo sie eingesetzt wird (Print, digital oder beides). Je klarer das Briefing, desto präziser das Angebot – und desto reibungsloser die Zusammenarbeit.
Wie viele Korrekturrunden sind üblich?
Zwei Korrekturschleifen sind bei mir immer im Angebot enthalten. Ab der dritten rechne ich nach Stunden ab. Das ist allerdings nur sehr selten nötig, weil wir den Umfang im Vorfeld sorgfältig klären.
Was ist der Unterschied zwischen Werkshonorar und Nutzungsrechten?
Das Werkshonorar deckt den gestalterischen Aufwand ab. Die Nutzungsrechte regeln, wo, wie und wie lange die Infografik eingesetzt werden darf. Beides steht transparent im Angebot und richtet sich ganz nach deinen Bedürfnissen.
Bietest du Infografiken auch für Verlage, Unternehmen und Stiftungen an?
Ja. Der Prozess ist meist derselbe: Gespräch, Wireframe, Angebot. Was sich manchmal unterscheidet, sind die internen Abstimmungswege. Die nehme ich gerne in die Zeitplanung auf.