Letztes Jahr im Sommer hatte ich einen richtig guten Lauf, was Akquise angeht. Ich hatte Kontakt zu verschiedenen Unternehmen und hab mich über die hohe Antwortquote sehr gefreut. Dann kam der Herbst, mit ihm die Buchmesse, die Nachbereitung, diverse Aufträge und ein voller Terminkalender. Die Akquise fiel hinten runter.
Das wollte ich in diesem Jahr unbedingt wieder ändern.
Eine Challenge, drei Erkenntnisse
Im Rahmen der Portfolio Akademie von Dr. Franziska Walther habe ich deshalb über 50 Tage eine Akquise-Challenge mitgemacht. Dabei geht es darum, kontinuierlich und regelmäßig kleine Schritte zu gehen, die mit Akquise zu tun haben. Das kann alles sein, von Strategieplanung bis hin zum Überreichen einer Visitenkarte an eine*n neue*n Bekannte*n. Den Rahmen konnten wir selbst bestimmen.
Ziel dieser Challenge ist es, eine Gewohnheit für Akquise zu entwickeln und auch ein bisschen die Angst vor Akquise zu verlieren. Denn wahrscheinlich kennen das die meisten Selbständigen: Manches Ansprechen, mancher Anruf oder manche Mail kosten ein bisschen Überwindung. Oder auch ganz schön viel Überwindung, was sich dann möglicherweise zu stundenlangem Prokrastinieren („Wann hab ich eigentlich zuletzt die Fenster geputzt?“) ausweiten kann.
Was meine Erkenntnisse aus dieser Zeit waren:
1. Allein das Aufschreiben hat viel gebracht
Anfangs konnte ich noch nicht richtig abschätzen, wie viele Aktionen ich pro Tag oder pro Woche in meine Listen schreiben können würde. Also hab ich mich strikt an meinen Akquiseplan gehalten und hab keine Aktion ausgelassen. Einfach, damit ich etwas hatte, das ich aufschreiben konnte. Ich dachte, ich komme vielleicht auf fünf Aktionen pro Woche, aber es wurden deutlich mehr. Ehrlich gesagt, war ich selber überrascht, wie viel das am Ende war und wie leicht es mir inzwischen fällt, mir jede Woche Zeit für meine Akquise-Aufgaben zu nehmen (an festen Tagen übrigens, das hat sich als am besten erwiesen). Tatsächlich war ich vor Ablauf der gesetzten Zeit bei der geforderten Anzahl an Aktionen angelangt. Denn je öfter man Akquise macht, desto leichter wird es.
2. Überblick über alle Aktionen, die ein Nachfassen verlangen
Was ich ebenfalls toll fand, dass ich so auf einen Blick gesehen habe, wen ich noch einmal anschreiben wollte, wenn innerhalb von 14 Tagen keine Antwort da war. Kontakte, bei denen ich vermutete, dass meine Mail in den Untiefen des Sammelpostfachs verloren ging, meldeten sich nach der zweiten Nachfrage doch noch. Es ist ein super Gefühl, wenn aus einem „Vielleicht“ am Ende dann ein „Ja“ wurde.
3. Kleine Aktionen schaffen Routine und stärken das Selbstbewusstsein
Montags schreibe ich nun seit Anfang des Jahres immer meine Texte, Dienstag kontaktiere ich Firmen, an den übrigen Tagen gibt es ebenfalls Zeitfenster für kleinere Aktionen auf LinkedIn. Ich muss nicht mehr überlegen, wann ich das in der aktuellen Woche mit den übrigen Terminen unterbringe. Außerdem tue ich es endlich! Ich hab zwar auch vorher nicht angefangen, Fenster zu putzen (s. o.), aber manchmal hab ich dann doch lieber erst nochmal andere Aufgaben vorgezogen. Hoppla, es ist ja schon Feierabend. Tja… Das passiert mir jetzt nicht mehr so schnell.
Adios, Akquise-Schreckgespenst!
Akquise fühlt sich nun nicht mehr abschreckend an. Sie ist fester Teil meines Arbeitsalltags. Ja, vor wichtigen Telefonaten bin ich immer noch aufgeregt. Das finde ich auch gut, denn das zeigt mir, dass das, was ich gerade tue, wichtig ist für mich. Aber ich habe gelernt, dass mir a. Notizen helfen, nichts Wichtiges zu vergessen und es b. mit jedem Anruf einfacher wird.
Diese Liste werde ich übrigens weiterführen. Sie motiviert mich, gibt mir eine Übersicht über alles, was ich in den vergangenen Tagen geschafft habe und macht mir Mut am Ball zu bleiben.
Wie ist das bei dir und Akquise? Hast du feste Routinen?