„Wenn dir die Buchmesse in Frankfurt gefällt, wirst du Bologna lieben“, haben mir meine Kolleg*innen gesagt. Und sie hatten so Recht.
Und ja: Bologna ist anders als Franfurt. Aber der Reihe nach.
Anfang April war ich Im Rahmen der Illustratorenreise von Bayern International, Kreativ München, der Leipziger Messe International und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. – Landesverband Bayern vier Tage zusammen mit elf weiteren Illustratorinnen auf der Kinderbuchmesse in Bologna. Was diese Unternehmerreise genau ist, was ich erlebt und für mich mitgenommen habe, erzähle ich in diesem Beitrag.
Bayern International: Illustratorenreise
Jedes Jahr organisiert Bayern International gemeinsam mit mehreren Partnern, darunter das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München, die Leipziger Messe Inernational und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Bayern, eine Illustratorenreise zur Kinderbuchmesse nach Bologna. Den Aufruf hatte mir bereits 2024 eine liebe Kollegin weitergeleitet. Damals hatte ich Pech und alle zwölf Plätze waren bereits nach kürzester Zeit vergeben. Für die diesjährige Reise gab es aufgrund der hohen Nachfrage erstmals einen Auswahlprozess nach Eignung. Und ich durfte dabei sein.

Was geboten wird, ist wirklich außergewöhnlich: ein geführter Rundgang zu deutschen Verlagen, Expertentalks mit renommierten Branchenstimmen und eine Repräsentanz am Stand von Bayern International. Ein Rahmen, den man sich als Illustrator*in alleine so nicht schaffen kann. Herzlichen Dank für diese großartige Möglichkeit!

Das Herzstück der Reise ist der sog. Verlagsrundgang, bei dem wir zu ausgewählten Verlagen an den Stand gegangen oder sie zu uns an den Stand gekommen sind. Die Vertreter des jeweiligen Verlags haben uns Einblicke in ihr Verlagsleben sowie die Anforderungen und Abläufe an und mit Illustrator*innen gewährt. Das war sehr hilfreich, die Prozesse dahinter zu verstehen.

Ein weiterer Teil unseres Programms waren Expertentalks mit Christine Paxmann (Herausgeberin der Zeitschrift „Eselsohr“) und auch Dr. Claudia Pecher (Präsidentin der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur sowie Leiterin der Landesfachstelle für Bibliotheken). Durch sie wurden mir Verlage für meine Arbeiten empfohlen, die ich bisher gar nicht auf dem Schirm hatte. Das klingt vielleicht banal, ist es aber nicht. Es ist der Unterschied zwischen dem eigenen Blickwinkel und dem einer Person, die den Markt von innen kennt. Solche Gespräche sind für mich unbezahlbar. Vielen Dank an dieser Stelle für eure offenen Worte und Empfehlungen.
Zusammen ist es schöner
Und dann ist da noch etwas, das ich zwar schon gehört, aber nun selbst hautnah erleben konnte: Bologna ist wie ein großes Klassentreffen der Branche. Man läuft Kolleg*innen über den Weg, tauscht sich aus, entdeckt, was andere machen und merkt dabei wieder einmal deutlich, wie herzlich und wertschätzend der Umgang in dieser Branche ist. Das tut gut. Und es inspiriert und motiviert. Danke an euch alle. <3
Das Miteinander in unserer Gruppe hat mir sehr gefallen. So unterschiedlich wir auch waren, es war immer jemand da, der einem Mut zugesprochen hat, mit dem man sich austauschen oder lachen konnte. Natürlich haben wir auch ein wenig „la dolce vita“ zusammen genossen. Das darf man in Bologna einfach nicht auslassen, auch nicht bei Regenwetter.

Was nehme ich konkret mit?
- Ein Hoch auf non-fiction/Sachbuch! Ich bin mit meiner Positionierung genau da, wo ich sein möchte.
- Dranbleiben lohnt sich. Ob es sich um das Erweitern des eigenen Portfolios handelt oder ums Kontakthalten mit den Verlagen – ich bin fest davon überzeugt, dass sich Durchhaltevermögen auszahlt.
- „Together we are better“ war der diesjährige Slogan von Bologna und ich kann ihn nur unterstreichen. Wie auch bei meinen bisherigen Erfahrungen auf der Frankfurter Buchmesse, sind es die Menschen, die das Erlebnis so besonders machen.

Die vielen Eindrücke mussten sich erst einmal setzen. Denn es war wunderbar überwältigend, all die tollen Menschen, ihr Schaffen und das wertschätzende Miteinander so konzentriert zu erleben.
Ich habe noch nie eine so gut organisierte Reise sowie ein so gut durchdachtes und wertvolles Programm mit einer sehr warmen, herzlichen Note erlebt. Es waren unvergessliche, prägende Tage, die noch lange nachhallen werden.
Vielen lieben Dank an das gesamte Organisationsteam (Britta, Sieglinde, Irene, Verena – ja, ihr! 💝)! Danke für das stets offene Ohr, die Bestärkung sowie eure fachliche Expertise.
Übrigens, den Bologna Blues (Gefühl des Vakuums, nachdem man wieder zu Hause ist) hab ich zum Glück nicht bekommen. Ich schwimme immer noch mit den großartigen Eindrücken durch den Alltag und blicke schon der nächsten Messe (Frankfurt) vorfreudig entgegen.