Janina Steger lächelnd an einem Tisch sitzend beim Zeichnen

Acht Dinge, die mich als Illustratorin prägen

Manchmal braucht man ein paar Jahre Abstand, um zu verstehen, was der eigene Weg bedeutet. Pädagogin, Philologin, Projekt- und Servicemanagement bei einer großen Rückversicherung und heute Illustratorin für Infografiken und visuelle Wissensvermittlung. Klingt nach einem weiten Sprung, oder? War es aber gar nicht. Im Rückblick erkenne ich: Jede Station hat etwas hinterlassen. Die Fähigkeit, Wissen zu vermitteln, die Freude am Erklären, den Blick für Strukturen und Prozesse, die Neugier auf neue Themen. Ich habe das damals nur noch nicht so gesehen.

Heute zeige ich dir acht Dinge, die mich in meiner Arbeit prägen. Ein paar davon überraschen vielleicht, manche nicht.

1. Ich bin Quereinsteigerin.

Ich habe vor meinem zweiten Studium im Grafikdesign zuerst Pädagogik (Lehr-Lernwissenschaften) studiert. Wie Menschen lernen, was gute Bedingungen dafür schafft, wie Umgebungen dabei eine Rolle spielen, das hat mich schon immer fasziniert. Und dabei habe ich auch schon immer in Bildern gedacht. Schaubilder haben mir im Studium geholfen, Wissen zu strukturieren. Ich erinnere mich an einen verzweifelten Abend während meiner Magisterarbeit, wo mir alles über den Kopf zu wachsen drohte. Erst als ich in logischen Schritten aufgeschrieben hatte, was noch zu tun war, wurde es besser. Heute sehe ich darin eine direkte Parallele zu meiner Arbeit: Große Wissensmengen werden leichter verdaulich, wenn man sie in kleine, visuelle Einheiten aufteilt.

2. Meine Themen treiben mich an.

Gesundheit, Nachhaltigkeit, lebenslanges Lernen, soziales Miteinander – damit kann ich mich sehr lange und intensiv beschäftigen. Dabei hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass es immer wieder das gibt, was ich „Themen-Phasen“ gibt. Eine Weile beschäftige ich mich intensiv mit einem Thema, z. B. Zero Waste und setze bestimmte Dinge davon im Alltag um. Wenn sich das etabliert und verfestigt hat, zieht mich das nächste Thema an, z. B. Biohacking. So wächst mein Wissen und seine Anwendung stetig. Und das merke ich auch an meinen Grafiken: Wenn ich ein Thema bereits kenne, fällt es mir umso leichter, dieses visuell umzusetzen, weil ich weiß, worum es geht, was wirklich wichtig ist und auch was ich weglassen kann.

3. Ich erkläre gerne.

Mit eigenen Kindern kommt man sowieso ständig in die Situation, verrückte Fragen zu beantworten. Aber auch in Workshops oder über Infografiken gebe ich Wissen gerne weiter. Ich mag es, Wissen in kleine Einheiten zu zerlegen und zu sehen, wie bei den Teilnehmer aus einem „Das kann ich nicht“ ein „Ich habe es geschafft“ wird.

4. Ich arbeite analog und digital, je nachdem, was ein Thema braucht.

Manche Ideen entstehen nur mit Stift und Papier, andere brauchen sofort den Bildschirm. Wann ich mich für welches Medium entscheide, kann ich dabei gar nicht konkret sagen. Ich fange dort an, wo das Denken hinfließt.

5. Ordnung ist meine Kreativitätsbedingung.

Man hört ja oft vom kreativen Chaos bei Kreativschaffenden. Bei mir ist das nicht so. Ja, ich liebe das Chaos, das man zu Beginn eines kreativen Prozesses im Kopf hat. Dieses Brodeln, bevor sich etwas formt. Aber noch mehr liebe ich es, all meine Ideen zu strukturieren und in eine Ordnung zu bringen. Ich brauche Struktur, um frei denken zu können. Klare Prozesse, Listen, aufgeräumter Schreibtisch. Mein Bullet Journal, in dem ich mein Leben auf für mich übersichtliche Weise organisieren und planen kann, ist eins meiner liebsten Werkzeuge, auch wenn es nichts mit Design zu tun hat. Vermutlich spiegelt sich das alles auch in meinen Arbeiten wider.

6. Ich bin eine Buchliebhaberin.

Es gibt kaum etwas schöneres, als ein gutes Buch, in das ich mich vertiefen kann. Romane genauso wie Sachbücher. Ich liebe Sprache und was man mit ihr bewirken, welche Welten man damit erschaffen kann. Gleichzeitig hilft mir das Lesen in meiner Arbeit: Je mehr Themen ich kenne, desto mehr Bilder habe ich im Kopf. Und mehr Bilder im Kopf helfen mir beim kreativen Arbeiten.

7. Bewegung ist mein Ausgleich und das perfekte Mittel gegen Denkblockaden.

Ich achte bewusst auf genügend Bewegung, gesundes Essen und mentalen Ausgleich. Was ich im Laufe der Jahre gelernt habe: Ich bin am leistungsfähigsten, wenn ich Pausen in der Natur fest einplane. Besonders dann, wenn es stressig wird. Spazierengehen ist meine kontemplative Meditation. Klingt vielleicht banal, wirkt aber. So kann ich mich auch in vollen Wochen gut auf das konzentrieren, das wichtig ist und Priorität hat.

8. Ich wurde selbständig aus praktischem Grund und bin geblieben aus Überzeugung.

Nach der Pandemie war es für mich an der Zeit, aus meiner Agenturanstellung eigene Wege zu gehen. Keine große Gründungsgeschichte, kein dramatischer Wendepunkt. Aber was sich seitdem entwickelt hat, hätte ich damals so nicht erwartet: die Gewissheit, dass ich genau das tue, wofür mein Kopf und mein Herz gemacht sind.

Und weißt du, was das alles verbindet?

Der Wunsch, Dinge zu durchdringen und verständlich zu machen. Für mich selbst, und dann für andere. Das war schon während meines Studiums so. Und das ist heute so, wenn ich aus einem komplexen Thema eine klare, lesbare Infografik mache. Wenn du jemanden suchst, der deine Inhalte mit echtem Verständnis und Sorgfalt visualisiert: Ich freue mich über deine Nachricht.

4 Kommentare

  1. So schön zu lesen, meine Liebe.
    Und, obwohl ich dich schon gut kenne ist immer wieder eine Facette bei dir dabei, die ich noch nicht kannte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hi, ich bin Janina!

Janina Steger lächelnd

Illustratorin, Designerin und Gründerin des Designstudios Philografina. Neben Info­grafiken und Illustrationen für Unternehmen und Verlage liebe ich es, bunte und verspielte Muster in verschiedenen Techniken zu gestalten. Die Freude an der Vielfalt kreativer Möglichkeiten möchte ich gerne mit dir teilen.

Kontaktiere mich

Beliebte Beiträge

Mein Blog feiert seinen ersten Geburtstag: Rückblick, Herausforderungen & Learnings. Warum ein Blog auch in